Jan 252009
 

Allgemeines:

Heute fand das 49. Prellstein Rennen mit Start in Heuchling statt. Viel werden sich Fragen:  Wo zum Teufel ist Heuchling ? Heuchling ist ein kleines Dorf im Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst, zwischen Pommelsbrunn und Fischbrunn gelegen. Wer’s genau wissen will: Google-Maps , detailierter sieht man es beim Bayerischen Vermessungsamt: BayernViewer. Wenn ich ehrlich sein soll, weiß ich trotzdem nicht, wo ich heute entlang gerannt bin.Sehr bekannt ist das parallel verlaufende Hirschbachtal (Eschenbach-Fischbrunn-Hirschbach-Oberachtel) mit den beiden Klettersteigen "Höhenglücksteig" und "Norissteig" ( Info ). Nun aber zum Prellstein Rennen.

Bei dem Lauf handelt es sich um einen Mannschaftslauf. Drei Läufer bilden ein Team. Die beiden besten Zeiten der drei Läufer werden addiert, die schlechste Zeit dient als "Streichergebnis". So erhält man dann die Mannschaftswertung. Weiterhin gibt es naürlich auch noch die Einzel- und Ak Wertungen. Jedes Team startet zusammen. Die einzelnen Teams starten wiederum mit ca. 60Sek, Abstand. Alle Läufer eines Teams müssen natürlich im Ziel ankommen (…..nicht gleichzeitig 🙂  ) und alle Kontrollstellen passieren. Soviel zum technischen Ablauf.

Mein "hausinterner" Aufruf für das Rennen beim SUN (Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg) verhallte leider ungehört. Stefan W. meldete sich noch am Samstag Mittag , konnte aber krankheitsbedingt (Probleme mit den Füßen) nicht teilnehmen. Samstag früh meldete sich aber Gregor K. bei mir und fragte, ob ich Lust hätte mitzumachen. In ihrem Team (Vfl Tri Team Nürnberg) wäre jemand ausgefallen. Nun ja, da überlegt man nicht lange und sagt zu.

Verlauf:

 Auf der Fahrt von Nürnberg nach Heuchling am Sontag füh (8:15) sah ich dieSache noch recht gelassen. Es war ca. 0 Grad kalt, kein Wind, bis Pommelsbrunn war auch kein Schnee auszumachen. In Pommelsbrunn biegt man links nach Heuchling ab, dann geht’s erstmal ein ganzes Stück bergauf. Nach kurzer Zeit war die Strasse gefährlich vereist und im Wald konnte man Schnee- und Eisflecken ausmachen. In Heuchling angekommen dämmerte mir langsam, was in der folgende Stunde auf mich zukommen sollte. Auf der ganzen Hochebene lag ein harscher, vereister Schnee. Bei Warmlaufen stellten wir dann fest, dass fast ALLE Wege auf Grund des vergangenen Tauwetters bis zum Rand mit Wasser, natürlich in gefrorener Version vollstanden. Nun verstand ich auch die "Cracks", die mit Spikes an den Start gingen. Eigentlich eine Unverschämtheit gegenüber den "Normalos" mit reiner PVC Sohle.

Um 10:05 war unser Team an der Reihe. Gregor und Dieter meinten, ich solle ruhig vorlaufen und nicht auf sie warten. Nunja, das braucht man mir nicht zweimal sagen.

Vom Start weg ging es erstmal beim Nachbarn übers Wiesengrundstück, dann auf den ersten Feldweg. Hier war der Harsch noch griffig. Bei der ersten Kurve (3 qm gefrorene Pfütze) war dann schon vorsichtiges Umlaufen angesagt. Weiter gings auf dem Feldweg, nach 300m dann links über Wiesen den Berg hinauf, dann etwas eben durch gefrorene Traktorfahrrinnen. Hier stellte ichmir das erstemal die Frage: Kann es wirklich mit soviel Eis weitergehen?  Um die Antwort vorneweg zu nehmen……es ging so weiter und wurde teilweise richtig schlimm.

Aber so ist halt ein Crosslauf im Winter.

Nun folgte ein dauerndes Auf und Ab, über Feldweg, Wiesen, durch Wälder hindurch. Die Gegend scheint recht wasserreich zu sein, anders ist soviel Eis nicht zu erklären. Die Steigungen waren echt knackig, vor allem der Anstieg zum Prellstein, nach ca. 7,5 Km fordert alles. Oben angekommen geht es nach unten (dachte ich) aber man läuft nur ca. 30HM hinunter, an einer Zweigung geht es wieder steil bergauf zu einer Höhle. Hier war der Wendepunkt. Nun wieder hinunter und WIEDER zum Prellstein hinauf. An dieser Stelle hatte ich schon zum zweiten mal die 100% HF Grenze überschritten. Die Beine schwer wie Blei ging es dann Gott sei Dank immer leicht abbfallend unterhalb einer Felswand weiter. Hier war die große Schwierigkeit, trotz der eisigen Wegverhältnisse noch einigermaßen schnell zu laufen, ohne auszurutschen oder den Hang hinunter zu stolpern. Glücklicherweise gab es am Weg viele Büsche und kleine Bäumchen als Puffer und "Haltegriffe". Am Schluß ging es nochmals einen sehr vereiste Feldweg hinauf, bis auf die Höhe von Heuchling. Hier einmal um den Ort herum und über die verharschten Wiesen ins Ziel.

Das Ziel erreichte ich in 57:12min. Ich dachte zwar vor dem Start, mit ca. 55:00Min müsste es zu machen sein, aber die Wegeverhältnisse waren für mich heute nicht dafür geeignet. Gregor und Dieter ließen es etwas ruhiger angehen und kamen mit 1:04:11h (Dieter) und  1:04:55h (Gregor) ins Ziel.

Fazit:

 Für Verrückte und die es werden wollen, ist dieser Lauf in jedem Fall zu empfehlen…. Nein, Spass beiseite.

Das Prellstein Rennen ist, je nach Witterung, ein anspruchvoller bis extremer Crosslauf. Nach Aussage etlicher Läufer, die diese Veranstaltung schon zum 10. – 20. mal besucht haben, war es heute wirklich extrem. Wer im Winter eine Herausforderung sucht, sollte sich dieser in Heuchling stellen. Eins weiß ich jetzt schon: Nächstes Jahr bin ich wieder dabei – aber mit Spikes, oder Gummistiefeln, oder Ski – je nach Witterung eben .

Vergessen möchte natürlich auch nicht die Organisatoren, die nun schon zum 49. Male diesen Lauf veranstalten und für den Star/Ziel Bereich dieses Jahr erstmalig ein Zelt aufgestellt hatten. Der Lauf war gut organisiert, die Strecke ausreichend markiert (es sollen sich schon so mancher verlaufen haben), und an allen wichtigen Kreuzungen ware Streckenposten vorhanden. Der heiße Tee am Schluß war super (und wurde noch besser durch Dieters Zugabe aus einem Flachmann).

Für das Wohl der Läufer vor und nach dem Lauf sorgt das angrenzende Gasthaus "Zum schwarzen Brand". Auf Grund der Menge an Speisen und der Preise sehr zu empfehelen ( wo gibt es drei Weizen + Haferl Kaffe für 9,20EUR???).

Profil:

Profil im Vollbild:

 

Statistik:

Dauer     1:04:55         
Aufzeichnungsintervall     5    s    
               
Energieverbrauch     1087    kcal   
Minimum Herzfrequenz    96    S/min    
Durchschnitts-Herzfrequenz    169    S/min    
Maximum Herzfrequenz    186    S/min     
               
Minimum Geschwindigkeit    3,7    km/h    
Durchschnitts-Geschwindigkeit    12,6    km/h    
Maximum Geschwindigkeit    25,8    km/h    
Strecke    12,2    km   
               
Minimum Höhe    612    m    
Durchschnitts-Höhe    670    m    
Maximum Höhe    764    m    
Aufsteigend    270    m    
Absteigend    341    m   
               

       

  3 Responses to “49. Prellstein Rennen am 25.01.2009”

  1. Heute hab ich beim surfen doch glatt noch eine Bericht über das 49. Prellsteinrennen im Internet gefunden (http://www.oberpfalznetz.de/zeitung).

    Hier der Bericht:
    Ohne Ausrutscher über eisige Wege
    Läufer aus Hersbruck und Neukirchen dominieren beim Prellsteinrennen an der Bezirksgrenze

    Echte Sportler lassen sich nicht vom Wetter stoppen. Rechtzeitig vor dem 49. Prellsteinrennen sattelten die Verantwortlichen der Arbeitsgemeinschaft Nürnberger Touristenvereine wegen des Schneemangels auf einen Crosslauf um. Und so machte auch heuer keiner der Sportler die Anreise nach Heuchling vergebens.

    Den vollständigen Artikel findet ihr unter:
    http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/1698324-127-ohne_ausrutscher_ueber_eisige_wege-P2,1,0.html

  2. Servus Heinz,
    ich war heute mal wieder eine längere Trainingsrunde laufen. Meine „Sonntagsstrecken“ gehen meist über 15Km – 25Km, vo Laufamholz über Schwaig, Brunner Berg, Schüsselstein, Fischbach (oder etwas kürzer über Valznerweiher), Valznerweiher, Tiergarten, Laufamholz. Heute werden es wohl es ca. 22Km gewesen sein (mein Fußsensor ist wegen LowBat ausgefallen…).
    Die Streckenverhältnisse entsprachen heute mindestens denen vom Prellstein Rennen, teilweise sogar noch schlimmer. Vom Schüsselstein Richtung Valznerweiher war bis zum Forsthof an ein Laufen auf dem Weg überhaupt nicht zu denken. Blankes, dickes Eis, spiegelglatt. Auf dem Verbindungsweg (Senioren Rennsteig) zwischen Valznerweiher und Tiergarten hat es mir dann auch tatsächlich mal die Füße weggezogen; Ergebnis;: Knie blutig, Handschuhinnenseite zerfetzt, Handgelenk aber ok.
    Ich werde mir wahrscheinlich doch noch kurzfristig ein paar vernünftige Trail Laufschuhe mit Spikes Option zulegen. Nur auf dem Asphalt laufen (Wörder See, Satzinger Mühle, Erfahrungsfeld der Sinne) macht auf Dauer keinen Spass.
    Werde dazu mal einen eigenen Kommentar unter der Kategorie „Laufschuhe“ anlegen. Mal sehen, wer sich mit dem Thema beschäftigen möchte und mit Kommentaren zur Meinungsbildung beitragen kann.

  3. Also ich kann Deinen Artikel nur vollauf bestätigen. Ich war das erste Mal in Heuchling und mir ging es ebenso wie Dir. Es war das härteste Rennen meiner noch jungen Karriere, obwohl ich schon einige Cross- und Bergläufe mitgemacht habe (u.a. Hesselberg bei Ehingen). Ohne Spikes war dieser Lauf ja fast lebensgefährlich. Ich bin ein Mal hingeflogen, zirka acht Mal hat es mir die Beine weggezogen, in Kurven bin ich mehrmals auf großen Eisplatten abgedriftet und ein Mal musste mich ein Baum auffangen, sonst wäre ich einen Abhang hinunter. Nach der Einsicht, dass die Zeit hier egal ist, konzentrierte ich mich darauf, sturzfrei und unverletzt ins Ziel zu kommen, was mir bis auf eine Ausnahme fast gelungen ist. Meine Zeit dürfte so bei 1:04 Stunden gelegen haben. Dieser Lauf wäre auch im Sommer mal interessant. Im nächsten Winter werde ich wohl erst mal die Bedingungen abwarten.

    Grüße

    Heinz

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